Pflege-Azubi als Journalist des Jahres




Hier können Gäste lesen

Pflege-Azubi als Journalist des Jahres

Beitragvon Mäuschen » Mo 25. Dez 2017, 14:45

So richtig passt der Beitrag nicht unter die Überschrift, aber er ist es wert gelesen zu werden, kann auch sein, dass einige von euch das Thema kennen. Egal, ich habe eine Sendung mit dem jungen Mann gesehen und bei seinen Fragen sah Merkel steinalt aus, dass hat er auch in einer Sendung mit Lindner getan, für mich ist der junge Mann Altenpfleger von Beruf einfach ein SUPERTYP.

Seit seinem Auftritt in einer Fernsehsendung zur Bundestagswahl ist der 21-Jährige „Pflege-Azubi“ Alexander Jorde einem Millionenpublikum bekannt. Durch seine klugen Fragen und seine messerscharfe Argumentation hat er damals Bundeskanzlerin Angela Merkel kräftig ins Schwitzen gebracht. Nun war er gestern Abend in der ZDF Sendung „Menschen 2017“ zu Gast und traf auf FDP-Mann Christian Lindner. Wer sich die Auftritte des jungen Mannes anschaut, stellt schnell fest: Jorde macht das, was Journalisten eigentlich im Umgang mit Politikern tun sollten: Schonungslos nachhaken und sich kein X für ein U vormachen lassen. Durch sein Auftreten zeigt er zugleich deutlich, wie sehr die Kritik am Journalismus der großen Medien berechtigt ist. Eigentlich müsste Alexander Jorde ausgezeichnet werden mit dem Preis „Journalist des Jahres 2017“

Man stelle sich Folgendes vor: Ab 2018 würden Journalisten, die Interviews mit hochrangigen Funktionsträgern führen, schonungslos das machen, was ihre Aufgabe als „Wächter der Demokratie“ ist. Man stelle sich ferner vor, sie würden immer wieder nachhaken und sich nicht mit der erstbesten Antwort von Politikern zufriedengeben. Und dann stelle man sich noch vor, sie würden als diejenigen, die in einer absolut privilegierten Position sind und über den Zugang zu führenden Persönlichkeiten in dieser Gesellschaft verfügen, ihre Aufgabe ernst nehmen und tatsächlich die Fragen mit Nachdruck stellen, die im Sinne von Gesellschaft und Demokratie gestellt werden müssten.

Gewiss: Man müsste ziemlich naiv sein, um zu erwarten, dass diese Vorstellungen tatsächlich zur Realität würden. Die Komplizenschaft zwischen Vertretern der Medien und der Politik ist viel zu fest verwachsen, als dass sie sich einfach so auflösen wird. Das ist offensichtlich. Und das weiß auch jeder, der offen auf den täglich in den großen Medien zu sehenden Journalismus blickt. Man schaue sich nur etwa die Sommerinterviews von ARD und ZDF an, wo führende Politiker auf Journalisten treffen, die Fragen stellen, die mit einem kritischen Journalismus nichts zu tun haben. Oder, nehmen wir das „Kanzlerduell“. Was war das vonseiten der Journalisten anderes als ein Werfen mit Watte? Die NachDenkSeiten berichten seit nunmehr 14 Jahren fast täglich über die himmelschreienden Defizite des Journalismus.

Dass es eben auch anders gehen kann, das zeigt der gerade einmal 21-jährige Jorde. Die NachDenkSeiten haben einen Teil des Auftritts von Jorde bei „Menschen 2017“ transkribiert und möchten die Stelle ihren Leser zugänglich machen, um zu zeigen: So sieht es aus, wenn ein Pflege-Azubi, oder, eigentlich muss man sagen: ein Journalist – denn diese Rolle übernimmt Jorde ja in diesem Moment – sich kritisch mit einem Politiker auseinandersetzt.


Beitrag von Marcus Klöckner.

alles lesen ....
http://www.nachdenkseiten.de/?p=41714#more-41714

Videos der Sendungen bei youtube

Zuletzt geändert von Birgit Kühr am Mo 25. Dez 2017, 16:34, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat gekürzt
Benutzeravatar
Mäuschen
Stammuser ***
Stammuser ***
 
Beiträge: 804
Registriert: Fr 12. Aug 2011, 18:39

von Anzeige » Mo 25. Dez 2017, 14:45

Anzeige
 


Ähnliche Beiträge


Zurück zu Renten / Rentner und Altersarmut

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron