Mehr Jobs, mehr Armut




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Mehr Jobs, mehr Armut

Beitragvon Denkender » Di 26. Nov 2013, 16:11

Mehr Jobs, mehr Armut
Wem hilft der Jobboom? Der Datenreport des Statistischen Bundesamtes zeigt: Das Armutsrisiko für Ältere ist gestiegen, Geringverdiener sterben früher.


Trotz der Zunahme an Jobs sind immer mehr Menschen in Deutschland arm. Zu diesem Ergebnis kommt der Datenreport 2013 des Statistischen Bundesamts, der Bundeszentrale für politische Bildung, des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung (WZB) und des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).

Mit 41,5 Millionen hatte die Bundesrepublik danach im Jahr 2012 so viele Erwerbstätige wie noch nie. Gleichzeitig stieg die sogenannte dauerhafte Armut. Im Jahr 2011 waren 40 Prozent der von Armut gefährdeten Menschen bereits in den vorangegangenen fünf Jahren arm. Im Jahr 2000 lag der Anteil der dauerhaft Armen bei 27 Prozent. Als arm gilt der Definition des Reports zufolge, wer im Jahr 2011 weniger als 980 Euro im Monat zur Verfügung hatte.

Das Armutsrisiko ist besonders für Ältere gestiegen. In der Gruppe der 54- bis 64-Jährigen erhöhte es sich von 17,7 Prozent (2007) auf 20,5 Prozent (2011). Damit erreichte es in etwa das Niveau der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen, von denen 2007 20,2 Prozent und 2011 20,7 Prozent von Armut bedroht waren. Wer einmal arm ist, bleibt es auch deutlich häufiger als vor einem Jahrzehnt. Insgesamt stieg der Anteil der armutsgefährdeten Menschen von 15,2 Prozent im Jahr 2007 auf 16,1 Prozent im Jahr 2011.

Die sozialen Unterschiede bei der Gesundheit haben in den vergangenen 20 Jahren zugenommen. Geringverdiener beurteilen den Angaben zufolge ihren Gesundheitszustand heute als weniger gut oder schlecht. Bei Frauen und Männern, die sehr gut verdienen, ist eine gegenläufige Entwicklung zu sehen. Armut wirkt sich auch unmittelbar auf die Lebenserwartung aus. Die mittlere Lebenserwartung von Männern der niedrigsten Einkommensgruppe liegt bei der Geburt fast elf Jahre unter der von Männern der hohen Einkommensgruppe, teilten die Statistiker mit. Bei Frauen beträgt der Unterschied acht Jahre.

Mehr Teilzeitjobs

Gleichzeitig war das Arbeitsvolumen aber geringer als 1991. Die Zahl der Arbeitsstunden, die jeder Erwerbstätige durchschnittlich leistet, nimmt seit 20 Jahren ab. Als einen der Gründe nennen die Forscher, dass immer mehr Menschen gewollt oder unfreiwillig auf Teilzeitstellen arbeiten.

Zugenommen hat dem Report zufolge die sogenannte atypische Beschäftigung. Das sind beispielsweise Minijobs, Werk- oder Honorarverträge. Jeder fünfte Arbeitnehmer – unter den Frauen und den jungen Leuten jeder Dritte – arbeitet nicht in einem unbefristeten und sozialversicherten Job.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-11/d ... haeftigung



"Deutschland geht es gut!"


Deutschland geht es auch gut, nur eben nicht den vielen Menschen, die auf der Strecke bleiben,
weil sie für die Wirtschaft und den Staat unrentabel sind. :wueten:

Die Älteren unter uns kennen vielleicht noch den Begriff "Soziale Marktwirtschaft", doch der wurde spätestens mit der endgültigen Niederlage des Kommunismus im Kalten Krieg begraben.
Jetzt müssen wir ja nicht mehr beweisen, dass der Kapitalismus sozialer ist, als der Sozialismus. :zum kotzen:

Statt die Situation der wirklich bedürftigen, wirklich armen Grundsicherungsrentner zu verbessern, die über kein Vermögen verfügen, die oft gar nicht mehr gesundheitlich in der Lage sind, etwas hinzu zu verdienen, dürfen weiter in den Mülltonnen nach Pfandflaschen suchen und wenn sie gesundheitlich den Weg bis zur Tafel schaffen, dann bekommen sie dort ganz gnädig ein paar vergammelte Lebensmittel überreicht, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, mit denen sie dann aber über die Woche kommen sollen.

Fazit: Armut wirkt sich auch unmittelbar auf die Lebenserwartung aus,
da sich die Ernährung dieser Menschen ständig am unteren Limit bewegt.
Denkender
 

von Anzeige » Di 26. Nov 2013, 16:11

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