"Die Menschen im Osten...




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"Die Menschen im Osten...

Beitragvon Mäuschen » Mi 10. Okt 2018, 16:58

...haben das Recht auf eine regionale Identität"

09. Oktober 2018 Marcel Malachowski

Ist Kritik an Hartz 4 eine pauschale Diffamierung des Sozialstaates? Braucht Sachsen mehr Ausländer, mehr Wohnungen, mehr Polizei? Wie steht es um die wirtschaftliche Gleichheit der Ostdeutschen? Interview mit dem Vize-Ministerpräsidenten von Sachsen, Martin Dulig

Kanada gilt als Vorzeige-Einwanderungsland. Martin Dulig kehrte gerade aus Quebec zurück und schildert im Interview seine Eindrücke. Der geborene Sachse, der bis heute auf dem Land lebt und sechs Kinder hat, ist seit 2014 Vize-Ministerpräsident des größten ostdeutschen Bundeslandes und Minister für Wirtschaft und Arbeit. Seit gut zehn Jahren ist er der Vorsitzende der Landes-SPD, zudem Fraktionsvorsitzender und Ost-Beauftragter der Bundes-SPD. Als "Mann für den Osten", wie ihn einige Medien bezeichneten, forderte er immer wieder eine Versöhnungs- und Wahrheitskommission für die Nachwendezeit und die Geschehnisse rund um die Treuhand nach dem Beispiel Südafrikas ein.

Dulig stammt aus einer evangelisch engagierten Familie, sein Bruder war nach politischen Aktivitäten kurzzeitig im berüchtigten DDR-Gefängnis Bautzen inhaftiert. Zur Wendezeit war er in der linksgeprägten Jungen Gemeinde Meißen aktiv und machte gerade seine Ausbildung zum Bauarbeiter und Steinmetz. Später absolvierte er noch ein Studium zum Diplom-Pädagogen. Er arbeitete beim DGB und war lange Juso-Landesvorsitzender. Bevor er in den Landtag gewählt wurde, arbeitete er nicht-festangestellt als freiberuflicher Lehrer in der Erwachsenenbildung. Heute ist er auch Bundesvorsitzender des Netzwerkes Demokratie & Courage und des Vereines Impreuna - Brücken nach Osteuropa, engagiert ist er auch in der Akademie für Unternehmungsführung und Consulting.
Sie fordern eine stärkere Aufarbeitung der Nachwendezeit. Würde das nicht neue Gräben aufreißen?
Martin Dulig: Das Schweigen hat die Gräben gerissen. Um diese zu schließen, sollten wir in ganz Deutschland das Bewusstsein für die Lebensrealitäten der Menschen in Ostdeutschland nach 1989/90 schärfen. Unsere Integrationsministerin Petra Köpping ist seit über anderthalb Jahren überall in Deutschland unterwegs, um die Geschichten der Nachwendegeneration zu erfahren und weiter zu erzählen. Denn die Menschen hier hatten nie die Zeit, die Erlebnisse der Nachwende umfassend aufzuarbeiten.
Damals veränderte sich das Leben der Menschen in den neuen Bundesländern schlagartig und über Nacht. Sie haben persönliche Nachteile in Kauf genommen, um ihren Job, wenn sie denn noch einen hatten, zu halten. Sie haben das Land wieder aufgebaut, nachdem viele Menschen abgewandert und Betriebe stillgelegt wurden. Anspruch ambitionierter Politik muss sein, alle Menschen mitzudenken. Damit wir die Menschen aber auch verstehen, müssen wir wissen, wo sie herkommen.

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