Offener Brief an Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine




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Offener Brief an Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine

Beitragvon Birgit Kühr » So 28. Jan 2018, 15:31

28.01.2018

Offener Brief an Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine


Sehr geehrte Frau Sahra Wagenknecht und sehr geehrter Herr Oskar Lafontaine,
unser Forum "Kritische Bürger gegen falsche Sozialpolitik" https://www.soziales-netzwerk-bgs.de verfolgt mit Spannung Ihre Überlegung, eine neue linksorientierte Volkspartei zu gründen. Millionen von Menschen stellen sich schon lange die Frage, in welchem Land leben wir eigentlich?

Ca. 860.000 Bürger sind in Deutschland ohne Obdach, alte Menschen sind nach einem langen und harten Arbeitsleben auf das Sammeln von Leergut angewiesen um überleben zu können, Kranke und Behinderte können sich oft die medizinische Versorgung nicht mehr leisten. Schlimmer noch, viele Bürger finden zwischenzeitlich nicht einmal mehr einen Arzt, da ein Mangel an gut ausgebildeten Ärzten vorliegt.

Stadtfeste und Weihnachtsmärkte - sofern diese noch nicht in "Wintermärkte" umbenannt wurden - müssen mit Betonklötzen und schwer bewaffneten Polizisten abgesichert werden. Wir leben in einem Land, wo durch die falsche Asylpolitik bzw. unkontrollierte Zuwanderung die Kriminalitätsrate sehr stark angestiegen ist.

Vorfälle wie in der Kölner Silvesternacht 2015/2016, auf dem Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016, der Mordversuch und der vollendete Mord in Darmstadt und Kandel, sind nur die Spitze des Eisberges. Tagtäglich liest man Berichte über Diebstähle, Raubüberfälle, Massenschlägereien, Messerstechereien, Vergewaltigungen bis hin zu Totschlag und Mord.

Viele Frauen trauen sich nur noch bewaffnet, in großen Gruppen oder gleich gar nicht mehr auf die Straße, andere wiederum meiden große Menschenansammlungen! Jetzt stellen wir Ihnen die Frage: Was gedenken Sie als neue Volkspartei gegen diese u n e r t r ä g l i c h e n Zustände zu unternehmen?

Wir lehnen den Polizeistaat ab. Polizisten die mit Maschinenpistolen auf öffentlichen Veranstaltungen patrouillieren, geben uns nicht die Sicherheit die wir uns wünschen. Darüber hinaus wollen wir keinen Überwachungsstaat, weshalb wir das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ablehnen, welches lediglich dazu dient, die im Grundgesetz verbriefte Meinungsfreiheit einzuschränken. Wir wollen nicht in einem Land leben, wo die Meinungsäußerung zur Mutprobe wird.

Zu allem Überfluss verfälscht man hierzulande sowohl den Armutsbericht als auch die Arbeitslosenstatistik und schweigt die Armut zu Tode. Gibt es Ihrerseits effektive Gedankenansätze, die Armut in Deutschland vollständig zu beseitigen?

Von einer neuen linksorientierte Volkspartei erwarten wir die Abschaffung der Sanktionen bei Hartz IV und eine bedingungslose Mindestrente für alle Rentner und EM-Rentner. Straffällige und abgelehnte Asylbewerber müssen sofort abgeschoben werden. Asylbewerber die vorsätzlich falsche Daten angeben, müssen bestraft werden.

In diesem Sinne erwarten wir voller Spannung Ihre Antworten.

Kritische Bürger gegen falsche Sozialpolitik https://www.soziales-netzwerk-bgs.de
E-Mail: soziales-netzwerk-bgs@online.de
i.A. Birgit Kühr

Wir stellen den offenen Brief auch als PDF Datei zur Verfügung
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Re: Offener Brief an Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine

Beitragvon Birgit Kühr » Mi 31. Jan 2018, 16:34

Diesen Kommentar, welcher an das Team von Sarah verschickt wurde darf ich in unserem Forum veröffentlichen.
Hallo Team Sahra,

der Inhalt meines Briefes ist eigentlich keine Antwort an das Team zu angesprochenen Problemen. Ich weiß aber keine bessere Adresse als Ansprechpartner.

Ich meine, dass alle heute landläufig diskutierten Forderungen eigentlich "Nebenkriegsschauplätze" sind. Wenn der Kapitalismus überwunden werden soll, müssen die Eigentumsverhältnisse geändert werden. Sahra hat in dieser Richtung weiter gedacht und im Buch "Reichtum ohne Gier" Möglichkeiten der Veränderungen in den letzten Kapiteln dargestellt. Diese halte ich für eine konstruktive Weiterentwicklung der marx'schen Gedanken in der heutigen Zeit. Wie aber wäre das zu bewerkstelligen?

Eine Form ist die Schaffung einer Kaderpartei, die eine Putsch oder Revolution durchführt, wie das Lenin 1917 tat. Anschließend riss er mit seinen Dekreten die Menschen mit und schuf so eine Massenbasis für die eroberte Macht. Eine andere Möglichkeit ist die vorherige Schaffung einer Massenbasis für den politischen Umschwung und die Nutzung der Macht für die Veränderung der Eigentumsverhältnisse. So ging die SPD zur Kaiserzeit vor. (Dasss sie selbst dann die Zinnwalder Beschlüsse bei Kriegsausbruch verriet, ist für diese Überlegung nebensächlich.)

Lenins Taktik war nur bei einer durch den I. Weltkrieg geschwächten Ausbeuterklasse möglich. Für uns Heutige käme also nur die zweite Variante in Frage. Zur Zeit dümpelt die Linke bei 10% Wählerschaft. Für die Schaffung einer Massenbasis muss noch sehr viel getan werden. Was sehe ich als notwendig an?


Zur Schaffung einer Massenbasis bedarf es Massenmedien. Also braucht die Partei: einen Verlag, eine Zeitung, einen Fernsehsender, eine Redaktion, die sich den sozialen Medien widmet. Aber das braucht auch Kleinarbeit, das "Kümmern" um die Ärmsten, die den Wahlen aus Enttäuschung fernbleiben oder inzwischen zur AfD übergelaufen sind. Dazu gehört die juristische und moralische Unterstützung der Hartz-IV-Empfänger, der Obdachlosen, Alleinerziehenden usw. Ihre Sorgen und Ängste muss man kennen und beachten. Das können auch so banale Dinge sein, wie die Ablehnung der Zeitumstellung, die Sorge der Konkurrenz durch Flüchtlinge. Da werden Türken (und nicht nur Türken), die bei uns leben, Gesundheitskosten für ihre Familienmitglieder in ihrer Heimat bezahlt - und nicht für die eigenen Leute. Diese Ungerechtigkeit bringt die AfD vor den Bundestag - warum nicht "Die Linke"? Da wird nicht verlangt, dass Flüchtlinge mit gleichem Maß gemessen werden wie die Ärmsten hier. Zu viel Rücksicht auf fremde Kultur ist der Tod der eigenen. So denkt man - aber "Die Linke" beachtet dieses Denken nicht. Was versteht ein Araber unter Familiennachzug? Vier Ehefrauen? Bei uns gelten unsere Gesetze, will er vier Frauen, kann er bei uns keinen Familiennachzug haben. Es gibt eine sehr gelungene Migration in der deutschen Geschichte: die Hugenotten zur Zeit Friedrich des II. "Jeder soll nach seiner Fasson selig werden" wird er zitiert, doch er verlangte im Gegenzug strikte Unterordnung unter Preußens Gesetze. Und er kümmerte sich um sie, gab Arbeit, Land, zeitweilige Steuerbefreiung usw. Das "Kümmern" geschieht heute nicht - "Die Linke" muss es fordern. Alle etablierten Parteien (auch "Die Linke") unterstützen den Bau von Moscheen. Die Masse der Bevölkerung (auch die Ärmsten) will das nicht. Man könnte einen Vertrag mit muslimischen Ländern schließen: eine Moschee bei uns - eine Kirche bei Euch. Mag primitiv klingen, fände ich aber gerecht. Die Sorgen der Ärmsten gelten ihrer Wohnung - aber Funktionäre der "Linken" stehen z.B. in Berlin mehr auf Seiten der Immobilienhaie als auf Seiten der Ärmsten. Wenn diese ihre Teilhabe an der Macht nicht im Sinne der Ärmsten nutzen, sollten sie aus der Partei gejagt werden - ohne Wenn und Aber. Es gäbe noch mehr zu nennen, ich will es dabei belassen.


Jedem Leser wird auffallen, dass dabei sehr viele "Nebenkriegsschauplätze" sind. So schließt sich der gedankliche Kreis. Sie sind Teil der Arbeit. Aber mit dem Bestehen von parteieigenen Massenmedien kann sehr viel mehr geleistet werden als ohne. Sie fehlen aber vollständig.


Meine Sorge ist, dass infolge der Tagesgeschäfte und dem Ausruhen von Funktionären der Partei auf Posten des Staates die eigentliche Aufgabe der gesellschaftlichen Veränderung vergessen wird. Ich selbst kann nicht mehr viel tun, bin 76, kann nur noch beobachten und Ratschläge geben - wenn man sie denn hören will. Mehr über mich zu erfahren ist auf meiner Homepage.

Ich wünsche dem Team Sahra und jedem aufrichtigen Genossen viel Erfolg in der Arbeit auf dem Wege zur Überwindung der herrschenden Zustände.

Mit solidarischem Gruß

klaus Buschendorf

http://www.buschendorf.jimdo.com
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Re: Offener Brief an Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine

Beitragvon Streetfigther » Di 6. Feb 2018, 12:57

Eine gute Idee. Ich glaube, da komm bestimmt eine Antwort.
An die SPD oder Hartz IV Parteien braucht man sich nicht zu wenden!
So wie es jetzt in allen sozialen Bereichen ist kann es nicht weitergehen. Geld Geld Geld, dann kommt lange nichts und irgendwann und irgendwie kümmert man sich vielleicht mal um die Probleme der Betroffenen.
Für mich ist es unverständlich das noch so viele SPD wählen!!!
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Re: Offener Brief an Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine

Beitragvon Birgit Kühr » Di 6. Feb 2018, 13:02

Die Idee war bestimmt nicht schlecht, aber Antwort haben wir bis heute nicht bekommen.
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Re: Offener Brief an Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine

Beitragvon Andreas Krödel » Mo 12. Feb 2018, 10:11

Hallo,
hier mal eine interessante E-Mailadresse und eine Internetseite als Link:
mail@team-sahra.de
www.team-sahra.de
vielleicht kann Birgit unseren Brief an Sahra Wagenknecht noch einmal dorthin senden?
Ich habe mich in den Verteiler eintragen lassen.
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Re: Offener Brief an Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine

Beitragvon Birgit Kühr » Mo 12. Feb 2018, 13:18

@Andreas, na Du bist ein Witzbold, genau da hin habe ich unseren Brief doch geschickt.
Ich vergesse nichts, ich vergebe nichts und ich erwarte, dass jeder seine gerechte Strafe bekommt, für das Leid, was er angerichtet hat.
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