Ein Leben am Abgrund




Gäste durfen lesen

Ein Leben am Abgrund

Beitragvon Birgit Kühr » Sa 30. Mai 2015, 13:51

Diesen Beitrag habe ich gerade auf unsere Website (Bündnis unzufriedene Bürger" gestellt.

https://buendnisbub.wordpress.com/2015/ ... m-abgrund/

Jeder User von hier kann dort auch gerne mitdiskutieren. Ihr könnt dort ja auch einen anderen Nicknamen benutzen.

---------------------------------------------------------------------------------------------

Ein Leben am Abgrund

Lebe ich noch, oder existiere ich nur noch? Diese Frage stellen sich viele Hartz IV-Betroffene oder Minirentner. Jeder Mensch empfindet anders, deshalb kann ich hier nur über meine Gefühle berichten.

Ich erhalte 324 Euro EM-Rente. Das reicht nicht zum Leben und nicht zum Sterben. Mit meinen Ehemann lebe ich in einer Bedarfsgemeinschaft und erhalte zusätzlich SGB XII. Mein Mann ist 61 Jahre alt und hat keine Chance mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ich bin zwar erst 54, aber zu 70 Prozent behindert und sitze im Rollstuhl. In meinem Schwerbehindertenausweis stehen die Merkkennzeichen "G" und "B".

Erwerbslose, alte Menschen und Menschen mit Behinderung sind in diesem Staat unerwünscht. Ich fühle mich jedenfalls diskriminiert, wenn ich nicht alleine von meiner Rente leben kann. Da frage ich mich, was habe ich getan, dass ich mich die Schikanen der Behörden aussetzen muss? Für jeden Pup muss ich um Erlaubnis fragen, meine Kontoauszüge werden überprüft und vieles mehr.

Ich musste aus gesundheitlichen Problemen umziehen. Wie ein Bettler, wie der letzte Abschaum kam ich mir vor, als ich die ganzen Anträge abgeben musste und diese dann von staatlicher Behörde geprüft wurden. Ich musste beim Jobcenter ein Darlehen für die Kaution aufnehmen, weil ich mir vorher einfach nicht das Geld dafür alleine ansparen konnte.

Die Regierenden, Politiker und viele Bürger sind auch noch der Meinung, wir sollen dankbar sein, dass wir die Sozialleistungen in Anspruch nehmen können. Ich bin in keiner Weise dankbar. Das hat auch seinen Grund. Ich sitze zwar im Rollstuhl, bin aber bereit für mein Geld zu arbeiten. Aber ich bin ausgemustert. Da heißt es doch so schön, unbefristet arbeitsunfähig.

Ich arbeite jeden Tag viele Stunden ehrenamtlich und helfe andere Bürger. Aber davon werde ich nicht satt, also heißt es weiter beim Amt betteln zu gehen. Die Politiker werben immer damit, man sollte für das alter vorsorgen. Als ich damals für ein paar Jahre als ambulanter Händler selbständig war, schloss ich eine kleine private Rentenversicherung ab. Seit dem ich von Grundsicherung lebe, ist diese gestundet.

Diese private Rentenversicherung werde ich niemals in Anspruch nehmen können. So wie mein Mann in Rente gehen wird, fallen wir aus Hartz IV raus. Bei SGB XII liegt das Schonvermögen viel niedriger und deshalb muss ich dann erst diese private Rentenversicherung kündigen und aufbrauchen, bevor uns dann wieder SGB XII zusteht.

2009 war ich lebensbedrohlich erkrankt. Ich habe ein halbes Jahr um mein Leben gekämpft. Immer wieder wollte ich aufgeben. Aber mein Mann sagte stets: Lass mich nicht alleine, denn ich lebe doch schon ein trostloses Leben mit Hartz IV !Diesen Kampf habe ich gewonnen und heute weiß ich, dass der Kampf sich gelohnt hat. Ich sitze zwar im Rollstuhl, bin aber nicht blöd und kämpfe für meine Rechte. Niemand wird mich aufhalten, wenn ich an Protestaktionen teilnehme oder selber welche organisiere.

Die Bürger dürfen sich nicht länger spalten lassen. Wir sind viele und könnten die Regierenden eine furchtbare Angst machen. Ich kämpfe für die Erhöhung beim Regelsatz von Hartz IV und eine Mindestrente, wovon jeder sein Leben selber organisieren kann.
Ein Leben am Abgrund, in einem Land was so reich ist, das ist eine Schande. Sind wir eigentlich noch Menschen oder nur unnötiger Ballast für die Gesellschaft? In unserem Land gibt es nur noch "Herrsche und Teile". Nur die Starken benutzen ihre Ellenbogen und die Schwachen resignieren. Das ist so gewollt, die sogenannte Unterschicht soll mundtot gemacht werden.

Die Armen Bürger werden immer mehr abgezockt und schikaniert. So kann man auch die Bevölkerung reduzieren. Viel zu viele Bürger haben sich schon selber das Leben genommen, weil sie niemanden zur Last fallen wollen, oder weil sie nicht länger so dahin vegetieren wollen. Schaut nicht weg, wenn sich Menschen isolieren.

Uns hilft kein Gott, keine Partei und keine Gewerkschaft. Wir müssen uns ganz alleine aus diesem Sumpf befreien. Dafür müssen wir uns aber organisieren, vernetzen und gemeinsam die Regierenden den Kampf ansagen.
Ich vergesse nichts, ich vergebe nichts und ich erwarte, dass jeder seine gerechte Strafe bekommt, für das Leid, was er angerichtet hat.
Benutzeravatar
Birgit Kühr
Administrator
Administrator
 
Beiträge: 38092
Registriert: Sa 23. Feb 2008, 18:17
Wohnort: (Uckermark)

von Anzeige » Sa 30. Mai 2015, 13:51

Anzeige
 


Ähnliche Beiträge


Zurück zu Pressemitteilungen /offene Briefe / Aktionen Forum BgS

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron