Im Osten leben nur noch so viele wie im Jahr 1905




hier können Gäste lesen

Im Osten leben nur noch so viele wie im Jahr 1905

Beitragvon Mäuschen » Do 13. Jun 2019, 12:44

Bei der Bevölkerungsentwicklung driften West- und Ostdeutschland trotz der Wiedervereinigung immer stärker auseinander - mit ungeahnten Folgen, wie eine Studie offenbart.

Für Sie berichtet
Jürgen Becker


Dresden.

Im Jahr 1905 lebten in Ostdeutschland 13,6 Millionen Menschen - und damit in etwa genauso viele wie heute. Zugleich ist die Anzahl der Einwohner auf westdeutschem Gebiet auf 68 Millionen angestiegen und damit so hoch wie nie zuvor. Anfang des Jahrhunderts waren es noch 32,6 Millionen. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Dresdner Niederlassung des Münchner Ifo-Instituts hervor.

Hauptursache für diese unterschiedliche Entwicklung ist demnach die deutsche Teilung. Von 1949 bis zum Mauerbau 1961 hätten zahlreiche gut ausgebildete Menschen den Osten verlassen, so das Ifo-Institut. In der DDR stagnierten dann die Einwohnerzahlen, während der Westen auch durch Zuwanderung dazugewann. Der nächste große Einschnitt im Osten folgte schließlich durch die Abwanderung nach 1989.

Insbesondere der ländliche Raum im Osten sei infolge der deutschen Teilung "regelrecht ausgeblutet", sagte Studienautor Felix Rösel. In einigen Regionen habe die Bevölkerungszahl inzwischen den Stand von Mitte des 19. Jahrhunderts erreicht. Diese Entwicklung werde aber häufig übersehen. Dabei könne sie möglicherweise ursächlich sein für die steigende Unzufriedenheit im Osten und die sich dort verändernde politische Landschaft - trotz der gegenwärtig niedrigen Arbeitslosenzahlen und trotz des Anstiegs der Einkommen. Es wäre daher auch falsch, öffentliche Fördermittel vor allem an die Großstädte zu überweisen, wie es der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle kürzlich gefordert hatte. "Wir brauchen genau das Gegenteil", erklärte Rösel.

Die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft warnt ebenfalls vor einer Abkehr der Förderung des ländlichen Raumes. Schließlich seien vier von fünf Industriebetrieben in den Landkreisen ansässig, so Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner. Nötig sei dort deshalb der Ausbau der Infrastruktur. Dazu gehörten unter anderem flächendeckend schnelles Internet, wohnortnahe Kindergärten und Schulen, ein leistungsfähiger ÖPNV und eine gute Bahn- und Autobahnanbindung.

https://www.freiepresse.de/nachrichten/ ... el10538625





Benutzeravatar
Mäuschen
Stammuser ***
Stammuser ***
 
Beiträge: 883
Registriert: Fr 12. Aug 2011, 18:39

von Anzeige » Do 13. Jun 2019, 12:44

Anzeige
 


Ähnliche Beiträge


Zurück zu Offenes Forum Allgemeines

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron