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Nur noch Profit auch bei Medizinern, Eid vergessen

Beitragvon Mäuschen » Fr 29. Sep 2017, 15:18

Baby mit Hüftschaden: Ohne Versichertenkarte keine Behandlung
Die kleine Phebe aus Chemnitz wurde mit einem Hüftschaden geboren - eine Reifestörung. Das Baby bekam eine Hüftschiene, die aber oft nachgestellt werden muss. Für Mutter und Tochter wurde das aber zum Problem. Eine Geschichte über deutsche Bürokratie und folgenschwere Missverständnisse.

Von Stephanie Wesely
erschienen am 27.09.2017

Phebe David ist jetzt drei Monate alt. Sie strampelt gern und ausgiebig. Jetzt kann es die Kleine auch wieder genießen, denn die Hüftschiene, die ihr bei der Entlassung aus der Klinik angelegt wurde, schränkte die Bewegungsfreiheit sehr stark ein.

"Häufig werden solche Reifestörungen oder andere Hüftschäden erst bei der Vorsorgeuntersuchung U3 nach vier bis fünf Wochen erkannt. Manchmal aber auch nicht, dann bemerken Arzt und Eltern das erst, wenn das Kind läuft", sagt Professor Michael Wagner, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Kinderorthopädie am Zeisigwaldklinikum Bethanien Chemnitz. In einigen Kliniken sei es deshalb Usus, dass ein Kinderorthopäde die Babys bereits bei der Entlassung aus der Klinik untersucht. Die Frauenklinik Chemnitz gehöre dazu. "Je früher die Reifestörung behandelt wird, umso kürzer ist die Behandlungsdauer. Auch die Gefahr von bleibenden Schäden ist so viel geringer, aber dranbleiben müsse man schon", sagt Professor Wagner.

Eigentlich ein Glücksfall für die Eltern von Phebe, dass die Kleine schon wenige Tage nach der Geburt behandelt werden konnte. Doch mit der Entlassung aus der Klinik begann für sie der Ärger.

Der Fall: Da Neugeborene sehr schnell wachsen, muss die Schiene häufig nachgestellt werden. Mutter Katrin Steuer sollte deshalb möglichst zwei Wochen nach der Entlassung aus der Klinik zu einem ambulanten Orthopäden gehen. Sie vereinbarte telefonisch einen Termin in einer Praxis in Chemnitz-Röhrsdorf und fieberte diesem Termin regelrecht entgegen, weil die Halterung der Schiene an Phebes Hals scheuerte. Die Kleine war unruhig, weinte viel und forderte ihre ganze Aufmerksamkeit, wie sie sagt. Deshalb habe sie es nicht geschafft, ihr Kind sofort bei der Krankenkasse anzumelden. Nach der Geburt fehlte ihr auch noch etwas die Kraft.

So ging sie ohne Versichertenkarte für das Kind zum Arzt. Doch weiter als bis zur Anmeldung kam sie nicht, denn ohne Karte keine Behandlung, wurde ihr mitgeteilt. "Die Schwester in der Anmeldung riet mir, am Nachmittag nochmals zu kommen und mir zuvor einen Behandlungsschein von der Krankenkasse zu holen. Das tat ich auch", sagt Katrin Steuer.

Bei der Krankenkasse konnte auf dem Behandlungsschein aber noch keine Versichertennummer für das Kind eingetragen werden, obwohl die Mutter ihr Kind bei dieser Gelegenheit gleich angemeldet hatte. Die Vergabe der Versichertennummer erfolge zentral, darauf habe die Krankenkasse keinen Einfluss, war die Erklärung der Kasse. "Ich wusste nicht, dass das so kompliziert ist. Bei meinem Sohn reichte für den ersten Arztbesuch sogar meine Versichertenkarte. Die Kinder sind doch ohnehin familienversichert", sagt sie.

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