"Der weiße Kittel schützt längst nicht mehr"




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"Der weiße Kittel schützt längst nicht mehr"

Beitragvon Birgit Kühr » Fr 25. Mär 2016, 13:46

"Der weiße Kittel schützt längst nicht mehr"

Düsseldorf. Respektlosigkeit, Drohungen, offene Gewalt: Viele Ärzte klagen unter der Hand über schlimme Zustände in Notaufnahmen. Vor allem Migranten stellen das Klinikpersonal demnach vor Probleme. Sind die Verhältnisse wirklich so extrem? Annäherung an ein Tabuthema

Eigentlich sollen Mediziner andere heilen. Doch immer mehr scheint es so, als müssten sie ihre eigene Gesundheit schützen. "Einmal konnte ein Kollege nur noch durch das Kellergewölbe seiner Klinik und unter Polizeischutz an seinen Arbeitsplatz kommen", sagt Daniel Meischner. Er ist Arzt für innere Medizin an einer Klinik in Köln. Die Roma-Familie eines Patienten hatte sich im Klinikum aufgehalten und dort auch übernachtet. "Als mein Kollege sie dann gebeten hat, das Krankenhaus zu verlassen, weil sie den Betrieb stören würden, drohten sie ihm mit Gewalt."

Der betroffene Mediziner hatte Glück, er kam unbeschadet davon. Um einen Einzelfall handelt es sich aber nicht. Die Situation steht vielmehr beispielhaft für das, was offenbar in vielen Krankenhäusern vor sich geht: Drohungen, Beleidigungen und gewalttätige Übergriffe sind Probleme, mit denen das Personal fast täglich zu kämpfen hat – zumindest laut einigen Medizinern.


Wenn Sie so weiter machen, sind Sie irgendwann tot"
"Letztens bekam eine Kollegin vom Sohn eines Tumorpatienten zu hören: 'Wenn Sie weiter so mit türkischen Patienten reden, dann sind Sie irgendwann mal tot‘", berichtet Meischner. Anlass sei ein Gespräch mit dem Arzt gewesen. Darin habe dieser klären wollen, ob der Patient in seinen letzten Lebenstagen noch Intensivmaßnahmen in Anspruch nehmen wolle. In Deutschland ist das ein normaler Prozess, ohne den eigentlich auch keine Therapie verordnet werden kann. "Aus irgendeinem Grund wollen aber insbesondere Menschen mit türkischem Migrationshintergrund häufig nicht, dass der Patient seine Diagnose kennt, und reagieren darauf dann sehr aggressiv", sagt Meischner.

Dass Widerspruch - egal wie sinnvoll er sein mag - häufig Aggressionen auslöst, berichten auch andere Mediziner. Dazu gehört Mattias Schlensak, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im St. Martinus Krankenhaus in Düsseldorf. Zwar arbeitet er selbst nicht mehr in der Notaufnahme, er kennt die Geschichten seiner Kollegen aber gut – vor allem in der Arbeit mit Flüchtlingen. "Bei konfessionellen Krankenhäusern, wie wir es sind, glauben viele mit Migrationshintergrund, dass es hier um etwas Karitatives geht. Dass wir da sind, um zu helfen, und zwar jederzeit." Dass auch Ärzte an Regeln und Arbeitszeiten gebunden sind, verstehen laut Schlensak die wenigsten. In der Folge kämen nachts häufig Patienten, die eigentlich kein Notfall seien.


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Ich vergesse nichts, ich vergebe nichts und ich erwarte, dass jeder seine gerechte Strafe bekommt, für das Leid, was er angerichtet hat.
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