Hartz-IV-Einweisungen in Behindertenwerkstätten?




Hartz-IV-Einweisungen in Behindertenwerkstätten?

Beitragvon WillyV. » Sa 15. Okt 2011, 16:48

Werden Hartz IV Bezieher in Behindertenwerkstätten eingewiesen?

Die Initiative „Anwälte gegen Hartz IV“ berichtet, dass eine Geschäftsführerin einer Behindertenwerkstatt bestätigte, dass Bezieher des SGB II in Behindertenwerkstätten per Androhungen von Kürzungen des Arbeitslosengeldes II in Behindertenwerkstätten eingewiesen werden. So schreibt die Initiative:
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-einweisung-in-behindertenwerkstaetten-372882.php

Daher an alle Leser und Betroffene die Fragen:

1. Wer kennt den genauen Wortlaut dieser ominösen Dienstanweisung?

2. Wer wurde in Jobcentern zum Medizinischen Dienst geschickt, bedroht und gegen seinen Willen in eine Behindertenwerkstatt eingewiesen? Betroffene oder Sachbearbeiter wenden sich an: mail@anwaelte-gegen-hartz4.de (sb, Anwälte gegen Hartz 4)

http://www.anwaelte-gegen-hartz4.de/
WillyV.
 

von Anzeige » Sa 15. Okt 2011, 16:48

Anzeige
 

Re: Hartz-IV-Einweisungen in Behindertenwerkstätten?

Beitragvon Birgit Kühr » Sa 15. Okt 2011, 19:06

Na das sollen Sie einmal mit mir versuchen. [smilie=boese_e025.gif]
Ich vergesse nichts, ich vergebe nichts und ich erwarte, dass jeder seine gerechte Strafe bekommt, für das Leid, was er angerichtet hat.
Benutzeravatar
Birgit Kühr
Administrator
Administrator
 
Beiträge: 40384
Registriert: Sa 23. Feb 2008, 18:17
Wohnort: (Uckermark)

Re: Hartz-IV-Einweisungen in Behindertenwerkstätten?

Beitragvon Prignitzer » Sa 15. Okt 2011, 21:23

Ich würde ja hoffen, das sie das mit mir versuchen. Aber so viel Glück habe ich wohl nicht. Die Mitarbeiter der JC sind zwar in vielen Fällen nicht die geistig Hellsten. Aber so dumm waren sie bislang, leider auch nicht.

Das viele dieser sogenannten "Werkstätten" mehr mit Werkhöfen zu vergleichen sind, habe ich persönlich erlebt. Ich durfte unter anderem in Süddeutschland, des öfteren solche Anlagen beliefern. Gleiches gilt durch Bekannte auch im Nordwesten Brandenburgs. Mehr sag ich aber lieber nicht. Ich bin zwar mutig, muss mir aber ohne handfeste Beweise, nicht unnötig Ärger aufhalsen. Das mache ich lieber, wenn ich die Chance bekommen sollte in so einen Laden reinzuschnuppern.

Meine Erfahrung ist bislang, das man ausnahmslos in jeder Firma eine "dreckige" Ecke findet. Und spätestens nach einer Woche den "Roten Knopf" kennt, mit dem man ein Unternehmen still legt. Gut das man zumindest versucht, diesen Praktiken ein Ende zu bereiten. Obwohl dies wohl leider, wie immer nur die Spitze des Eisberges ist.
"Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht." (Bertolt Brecht)

„Reicher Mann und armer Mann ,standen da und sahn sich an. Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich.“ (Bertolt Brecht)
Benutzeravatar
Prignitzer
Stammuser **
Stammuser **
 
Beiträge: 196
Registriert: Sa 13. Aug 2011, 13:22
Wohnort: Pritzwalk (Prignitz)

Re: Hartz-IV-Einweisungen in Behindertenwerkstätten?

Beitragvon RobertKS » So 16. Okt 2011, 15:34

Hallo zusammen,

Wenn meine SB das bei mir versucht, dann schauen wir mal, wer da zuerst hingeht, Sie oder ich.
Das ist ja wohl die Frechheit des Jahres.

Gruß Robert [smilie=wink.gif]
Der Moderator ist im Alter von 50 Jahre im März 2012 leider verstorben.
Benutzeravatar
RobertKS
Unvergesslich
Unvergesslich
 
Beiträge: 48
Registriert: Di 24. Mai 2011, 17:45

Re: Hartz-IV-Einweisungen in Behindertenwerkstätten?

Beitragvon Butch » So 16. Okt 2011, 23:07

ich schreib lieber mal nicht , WAS ich denke ....
Butch
 

Re: Hartz-IV-Einweisungen in Behindertenwerkstätten?

Beitragvon Birgit Kühr » Mo 17. Okt 2011, 19:03

Ich hatte damals 2006 eine Entgeltvariante, obwohl das Jobcenter wusste, dass ich sehr schlecht laufen konnte. Damals war ich aber noch kein Rollstuhlfahrer.

Ich war damals für ein Jahr in der Jugendtöpferei beschäftigt, obwohl ich eigentlich schon eine Oma sein könnte.

In meinen Arbeitsvertrag stand drin, dass ich flexibel eingesetzt werden kann. Weil ich als Vorarbeiter nicht so spurte wie ich sollte, wurde ich dann nach einer gewissen Zeit gemobbt.

Ich sollte dann auf dem Friedhof als Vorarbeiter bei 1,- Euro Jobber arbeiten. Das konnte ich nicht, weil ich gesundheitlich das gar nicht geschafft hätte.

Meine Ärztin schrieb mich krank. Ich wollte zum medizinischen Dienst vom Amt. Das Amt sagte während dieser Maßnahme geht das nicht. Die Chefin von der Töpferei wollte, dass ich zur Töpferei zurückkomme und mich gesund schreiben lasse.

Meine Ärztin sagte Nein, denn im Arbeitsvertrag steht drin, dass ich flexibel eingesetzt werden kann. So blieb ich ¼ Jahr krankgeschrieben, bis die Maßnahme zu ende war.

Danach musste ich mich beim Arbeitsamt für ALG I anmelden. Die hatten die gleiche Stelle für mich auf dem Friedhof. Ich sagte Nein, ich will zum medizinischen Dienst.

Schon nach kurzer Zeit war ein Gutachten da, ohne dass ich beim medizinischen Dienst war. Das Gutachten ohne mein Erscheinen, ist für mich so gut ausgefallen, dass glaubt man gar nicht. Da stand z.B. drin, dass meine Arbeitstelle nur 200 Meter von mein Wohnort entfernt sein sollte.

Ich ohne sehr einsam, das nächste Haus von mir ist 300 Meter entfernt. Bis zur nächsten Bushaltestelle habe ich es ca. 500 Meter. Im Gutachten stand auch nicht im warmen nicht im kalten arbeiten usw. Ich darf nicht im stehen oder in gebückter Haltung arbeiten usw.

Laut Gutachten war ich Schrott. Das Jobcenter sagte dann ich soll EU –Rente beantragen, denn ich sei nicht mehr vermittelbar. Das tat ich auch, einen Monat später erhielt ich schon EU-Rente.

Als ich die genehmigte Eu-Rente beim Amt bekannt geben wollte am gleichen Tag wie ich Bescheid erhielt, wusste das Jobcenter schon Bescheid.

So schnell geht das, wenn sie jemanden los werden wollen.
Ich vergesse nichts, ich vergebe nichts und ich erwarte, dass jeder seine gerechte Strafe bekommt, für das Leid, was er angerichtet hat.
Benutzeravatar
Birgit Kühr
Administrator
Administrator
 
Beiträge: 40384
Registriert: Sa 23. Feb 2008, 18:17
Wohnort: (Uckermark)

Re: Hartz-IV-Einweisungen in Behindertenwerkstätten?

Beitragvon Letisha » Mo 25. Mär 2013, 11:04

Von Behindertenwerkstätten weiß ich nur, dass die Betroffenen dort Vollzeit arbeiten und mit einem kleinen Taschengeld (rund 300 Euro) abgefrühstückt werden. Mehr Infos würde ich gerne haben.
Letisha
 

Re: Hartz-IV-Einweisungen in Behindertenwerkstätten?

Beitragvon Vegeta » So 4. Aug 2013, 22:16

Ich bin jetzt seit Feb. 13 in einer Berliner WfbM und ich bin FREIWILLIG dort! Warum? Was soll ich als schwerbehinderte Person bei einer Behörde wie dem JobCenter, die mich sowieso nicht in Arbeit vermitteln kann und mich immer nur in Maßnahmen abschiebt und mich anders verarschen tut?!

Gut, ich hätte die Qualifikation um regulär arbeiten zu können, aber das hat niemanden interessiert, als ich nicht behindert war und mit Behinderung würde das erst recht niemanden jucken.

Eine Werkstatt ist kein Ort der Freude, das habe ich auch schon festgestellt und dass ich dort eigentlich fehlplatziert bin mit meinen Werdegang ist mir auch bewusst, aber ich habe eine Beschäftigung und es kommen einige Euros in die Haushaltskasse zusätzlich. Immerhin 64€ durch den Mehrbedarf im SGB XII Bezug und 63€ Ausbildungsgeld - Gut 100€ mehr im Monat haben oder nicht kann einen großen Unterschied machen!

Ich habe es jetzt aber bereits schon angeleiert, dass versucht wird dass ich ein externes Praktikum mache und vielleicht dann einen externen Werkstattplatz bekomme. Dann kann meinen Platz in der Werkstatt jemand haben, der ihn notwendiger hat als ich.
Mal schauen was das Leben einer geistig fitten aber voll erwerbsgeminderten Person noch zu bieten hat!
Benutzeravatar
Vegeta
Einsteiger
 
Beiträge: 3
Registriert: So 4. Aug 2013, 21:16
Wohnort: Berlin



Ähnliche Beiträge


Zurück zu Behindertenwerkstätten

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron