PKH für Rumäninnen zur Klärung ob Sozialleistungen zustehen




PKH für Rumäninnen zur Klärung ob Sozialleistungen zustehen

Beitragvon WillyV. » Mi 3. Jul 2013, 11:09

LSG NRW, Beschl. v. 13.06.2013 - L 7 AS 774/13 B (http://dejure.org/dienste/vernetzung/re ... 4%2F13%20B
Diese Voraussetzungen liegen vor. Die Klägerinnen sind rumänische Staatsangehörige und begehren Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts (SGB II) - hilfsweise nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII) -. Der Verfolgung des Anspruchs der Klägerinnen kann im Hinblick auf eine ungeklärte Rechtsfrage die hinreichende Erfolgsaussicht nicht von vornherein abgesprochen werden. Die Entscheidung hängt von der Beantwortung einer schwierigen, bislang ungeklärten Rechtsfrage ab. Bei der Frage, ob die Klägerin zu 1) gemäß § 7 Absatz 1 Nr. 2 SGB II von den Leistungen nach dem SGB II ausgeschlossen ist, weil sie sich allein zum Zwecke der Arbeitsuche in Deutschland aufhält, oder ob § 7 Absatz 1 Satz 2 Nr. 2 SGB II aufgrund der unmittelbaren Anwendbarkeit des Art. 4 VO (EG) 883/2004 hinter diese zurücktritt, oder ob der Leistungsausschluss nach § 7 Abs.1 Satz 2 SGB II von Art. 24 Richtlinie 2004/38/EG gedeckt ist, der wiederum als speziellere Regelung Art. 4 VO (EG) 883/2004 vorgehen könnte, handelt es sich um hoch umstrittene Rechtsfragen, die in Rechtsprechung und Literatur bisher nicht einheitlich beantwortet sind (vgl. etwa entgegen der Anwendbarkeit des § 7 Absatz 1 Satz 2 Nr. 2 SGB II:LSG NRW, Beschluss vom 31.01.2013 Az. L 2 AS 2457/12 B ER; LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 09.05.2012, L 19 AS 794/12 B ER unter Berufung auf ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages; Sozialgericht Berlin, Beschluss vom 08.5.2012, S 91 AS 8804/12 ER; LSG NRW, Beschluss vom 02.10.2012,Az. L 19 AS 1393/12 B ER; Schreiber in NZS 2012, Seite 647 ff.; für eine Anwendbarkeit des § 7 Absatz 1 Satz 2 Nr. 2 SGB II: die von dem Antragsgegner zitierte Entscheidung des Sozialgericht Berlin, Beschluss vom 11.6.2012 Az. S 205 AS 11266/12 ER und Beschluss des Sozialgerichts Berlin vom 14.5.2012 - S 124 AS 7164/12 ER; LSG Berlin Brandenburg, Beschluss vom 21.6.2012, Az. L 20 AS 1322/12 B ER und vom 02.8.2012, Az. L 5 AS 1297/12 B ER; LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 16.05.2012, Az. L 3 AS 1477/11).
S. dazu

Prof. Dr. Thorsten Kingreen

Staatsangehörigkeit als Differenzierungskriterium im Sozialleistungsrecht

Zur Vereinbarkeit von § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II mit europäischem Unions- und deutschem Verfassungsrecht

Die Staatsangehörigkeit hat nach der Rechtsprechung des BVerfG und des EuGH als zulässiges Differenzierungskriterium beim Sozialleistungsbezug weitgehend ausgedient. Daher ist auch § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II verfassungs- und unionsrechtswidrig.

f163t13389-staatsangehoerigkeit-als-differenzierungskriterium-im.html
WillyV.
 

von Anzeige » Mi 3. Jul 2013, 11:09

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Re: PKH für Rumäninnen zur Klärung ob Sozialleistungen zuste

Beitragvon WillyV. » Mi 3. Jul 2013, 12:02

Kommentar vom RA Ludwig Zimmermann: http://www.sozialrechtsexperte.blogspot ... mment-form
WillyV.
 



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