Familiennachzug viel zu hoch geschätzt




Familiennachzug viel zu hoch geschätzt

Beitragvon Hepe » Do 19. Okt 2017, 09:47

Forscher legen erstmals detaillierte Schätzungen zum Familiennachzug vor. Ihr wichtigstes Ergebnis: Es dürften weit weniger Flüchtlinge nachkommen als vermutet.

Wenn es einer bis nach Deutschland schafft, holt er viel zu viele nach: Diese Sorge bestimmt die deutsche Flüchtlingspolitik – und ist ein zentraler Punkt in den laufenden Koalitionsverhandlungen, in denen die Parteien sich um den sogenannten Familiennachzug streiten. Während die Grünen möglichst vielen in Deutschland anerkannten Flüchtlingen erlauben wollen, ihre engen Verwandten nach Deutschland zu holen, möchten CDU und CSU genau das verhindern und deshalb den Familiennachzug für einen Teil der Flüchtlinge weiterhin aussetzen. Betroffen sind davon vor allem Menschen aus Syrien, denen es oft schwerfällt, ohne ihre Kinder und Ehepartner in Deutschland Fuß zu fassen.


Wie viele nachzugsberechtigte Verwandte die in Deutschland lebenden Flüchtlinge überhaupt haben? Dazu gab es bislang kaum belastbare Zahlen, dafür aber jede Menge Spekulationen. Die AfD vermutet, ab 2018 könnten zwei Millionen Flüchtlinge ihren Verwandten nach Deutschland folgen; Politiker der Partei warnten vor ganzen Großfamilien, die sich demnächst in Bewegung setzen und die deutschen Sozialkassen belasten könnten. Pro Flüchtling sei mit fünf Verwandten zu rechnen. Die Bild schrieb von mehr als sieben Millionen weiteren Flüchtlingen, die durch den Familiennachzug nach Deutschland kommen könnten. Innenminister Thomas de Maizière sprach von einer "gewaltigen Zahl".

Nun gibt es erstmals detaillierte Schätzungen – und die legen nahe, dass sich weit weniger Menschen zu ihren Verwandten nach Deutschland aufmachen dürften als bislang angenommen. Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg haben unter anderem Daten des Ausländerzentralregisters, des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge und des Auswärtigen Amts ausgewertet. Ihr Ergebnis: Ende des Jahres könnten sich bis zu 120.000 Menschen im Ausland aufhalten, die nach derzeitiger Gesetzeslage das Recht haben, ihren bereits geflohenen Verwandten legal nach Deutschland zu folgen.
Spannend ist vor allem eine Zahl der Studie: Die Forscher haben berechnet, wie viele Verwandte von Flüchtlingen mit subsidiärem Schutzstatus noch im Ausland leben – von jenen Flüchtlingen also, über die in den Koalitionsverhandlungen zur Zeit so heftig gestritten wird. Sie dürfen zwar in Deutschland bleiben, haben aber seit dem vergangenen Jahr kein Recht mehr darauf, ihre minderjährigen Kinder oder Ehepartner nachzuholen. Nach dem Willen von CDU und CSU soll ihnen dieses Recht auch künftig verwehrt bleiben. Würde die Union aber auf ihre Forderung verzichten und auch diesen Flüchtlingen den Nachzug erlauben, kämen zu den 120.000 Nachzüglern noch einmal bis zu 60.000 hinzu. Insgesamt könnten also maximal 180.000 Verwandte nachkommen. Das sind im Schnitt 0,28 Nachzügler pro Flüchtling – weit weniger als etwa von der AfD vermutet.

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von Anzeige » Do 19. Okt 2017, 09:47

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Re: Familiennachzug viel zu hoch geschätzt

Beitragvon Hepe » Do 19. Okt 2017, 10:16

"Forscher legen erstmals detaillierte Schätzungen zum Familiennachzug vor. Ihr wichtigstes Ergebnis: Es dürften weit weniger Flüchtlinge nachkommen als vermutet."


Damit eine mögliche Jamaica Koalition auch gelingen kann, wird die Flüchtlingsfrage erst einmal klein geredet.
Da kommen Experten zu Wort, die glauben sie haben die Weisheit mit dem Löffel gefressen und reden ein auf uns zukommendes Desaster einfach mal eben so klein das diese in die Koalitionsverhandlungen hineinpaßt.

:Friede:Bei den hier anerkannten Flüchtlingen handelt es sich doch in den meisten Fällen um alleinreisende junge Männer denen es ermöglicht wird ihre Familien nachholen, sogar ohne Nachweis von Job und Wohnung. Ich frage mich schon seit ein paar Monaten, warum gehen diese jungen Männer nicht einfach zu ihrer Familie zurück, der so genannte IS ist doch besiegt !

So schlimm kann doch die Situation im Heimatland nicht sein, wenn man seine Eltern, Geschwister, Frau und Kinder weiterhin den dort vorherrschenden Bedingungen aussetzen kann.
:denken:
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Re: Familiennachzug viel zu hoch geschätzt

Beitragvon sixthsense » Do 19. Okt 2017, 18:41

Es macht echt sauer... sowohl in Syrien als auch im Irak scheinen die Kriege so gut wie vorüber, da sollte die Sache mit dem Familiennachzug eigtl. kein Thema mehr sein, sondern wie man diejenigen die von dort geflohen sind wieder zurück bekommt, damit diese ihre Heimat ordnungsgemäß wieder aufbauen können!!!
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