"Ohnmacht der Armen"




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"Ohnmacht der Armen"

Beitragvon Andreas Krödel » Di 8. Aug 2017, 09:27

Zitat1:
Die unglaubliche Ohnmacht der Armen … und ihre sukzessive Vernichtung. Und ein paar Gedanken zu ihrer Rettung.
Von Eifelphilosoph ⋅ 22. Juni 2017 ⋅ Schreibe einen Kommentar
Tags:  Arbeitslose, Chomsky, Geldaristokratie, Malthusianer, Nationaleinkommen, Neoliberalismus, Ökodorf, Selbstversorger, Stieglitz „

Zitat 1 Ende
Zitat 2:
Schon letztere Begriff – „Verbraucher“ – zeigt, wie tief das Denken jener Neoliberalisten in unseren Alltag eingedrungen ist, wie umfassend wir im Alltag die Sprache der nationalsozialistischen Mordbrenner verinnerlicht haben – und wie schief dieses Weltbild in Wirklichkeit ist, das Tag für Tag unser Denken, unsere Entscheidungen, unsere Lebensphilosophie bestimmt. Wir haben akzeptiert, dass wir unnütz sind, Subjekte in einer Gesellschaft, deren Zweck nur eins ist: verbrauchen. Luft, Land, Wasser – wir sind nur einen Schritt davon entfernt, bis jemand ausrechnet, wie unsere Blähungen (analog zu den „Kuhpfürzen“) das Weltklima in Gefahr bringen. Die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen liegen auf der Hand – es gibt auch schon entsprechende Studien zu den Herdfeuern in Indien, Arbeiten, die nahe legen, dass der indische Bauer von der Bildfläche verschwinden muss, wenn wir den Planeten retten wollen.
Planet retten – das hört sich gut an. So edel. So rein. Ein Wert, der über allen anderen Werten zu stehen hat. Muss sich unglaublich gut anfühlen, wenn man meint, zu jener edlen Ritterschaft zu gehören, die sich das höchste Ziel auf die Fahnen geschrieben hat: die Rettung der ganzen Welt. Und das Erstreben jenes Gefühls – selber unglaublich gut zu sein – hat ja auch zu dem Begriff „Gutmensch“ geführt, jener finanziell meist überversorgten Schicht, die ihre materielle Überlegenheit noch gerne mal mit etwas „Gutem“ zieren möchte. Still und leise gehorchen sie aber alle – bis in die tiefsten Schichten des Landes hinein – jenen dunklen Gedanken, die der Neoliberalismus ihnen predigt, jenen Gedanken, die seit Reagan, Schröder, Blair, Thatcher, Kohl und wie sie alle heißen unablässig die Gesetzgebung bestimmt: dass der Arme schlecht sei, ein Schädling, eine Gefahr für die ganze Welt. Nehmen Sie mal die Predigten der Kurfürsten des Neoliberalismus, ersetzen das Wort „Armer“ durch „Jude“ – und erfreuen sie sich über die Paralellen, die Sie erkennen können … die aber weitläufig gemieden werden. Mitten im weltweiten Genozid der Armen redet man nicht mehr über die laufenden Aktionen, die „geistlose Funktionselite“ (siehe den Artikel „Das Gastmahl der Geistlosen“, NZZ) redet lieber über ihre neue Pfeffermühle, den letzten Urlaub in Peru, die Vorteile des neuen SUV oder die Solaranlage auf dem Dach – das Politische wird ausgeklammert, man schaut nicht mehr gerne auf die Straße, wo die Rentner im Müll wühlen, um durch Flaschenpfand ihr Überleben zu sichern.
Die Vernichtung der Armen … die die früheren Ziele der Vernichtung der Armut weitgehend ersetzt hat … ist ein Milliardengeschäft, wie wir aktuell lesen können: 2 Milliarden Euro Profit wurden in den letzten zehn Jahren in Deutschland gemacht – durch „Sanktionen“ gegen die Ärmsten, denen man kurzerhand die komplette Verantwortung für die Folgen der ungebremsten Globalisierung (massenhafter Verlust von Arbeitsplätzen) übertragen hat (siehe Spiegel). Da sind dann schon mal satte Prämien für jene drin, die die Vernichtung organisieren. Man beginnt sogar, einen Volkssturm gegen die Armen zu organisieren, in Hamburg sollen in Zukunft Fahrgäste der S-Bahn als Hilfspolizisten eingesetzt werden, um Bettler und andere unerwünschte Personen zu melden (siehe Hamburger Abendblatt) … die Ältesten unter uns erinnern sich mit Grausen daran, welch´ Bestie nun wieder ihr grässliches Haupt erhebt.“

Zitat 2 Ende
Zitat 3:
Kurzum: die sinnvollsten Ausgaben eines Staates wären die massive Erhöhung der Arbeitslosengelder – sprich: Hartz IV. Danach sprudelt die Wirtschaft wieder wie verrückt – und das Ökodorf kann umgehend Realität werden.
Verstanden?
Oder wollen sie lieber nackt im Fernsehen in einer Glaskabine landen?
Oder zukünftig in einem Lager für nichtsnutzige Verbraucher?
Denken Sie mal in Ruhe drüber nach … dann können wir über die Organisationsformen sprechen – und die Lösung der anstehenden Personalprobleme. Die werden kommen, denn: wir brauchen Organisatoren, die weitgehend ehrenamtlich arbeiten und nicht reich werden durchs Geld- und Pöstchensammeln.
Und stellen Sie sich mal vor, wir könnten jeden Abend Werbespots über unser Dorf, unsere Wirtschaft, unser neues Leben senden … wir hätten schnell noch die Niedriglöhner, Zeitarbeiter, Halbtagskräfte und Leihsklaven auf unsere Seite – und alle Menschen, die noch menschlich geblieben sind.
Noch ein Wort zum Schluss?
Sich selbst regieren macht unglaublich viel mehr Spaß als regiert zu werden.
Wäre das nicht mal eine Überlegung wert?“

Zitat 3 Ende
Quelle:https://www.nachrichtenspiegel.de/2017/06/22/die-unglaubliche-ohnmacht-der-armen-und-ihre-sukzessive-vernichtung-und-ein-paar-gedanken-zu-ihrer-rettung/

gefunden unter: http://www.net-news-global.net/?lang=de bei: http://www.rume.de/2017/08/07/aufgelese ... 017-08-07/
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